Online Roulette in der Schweiz 2026: Lizenzpflicht, Abgaben und echte Kosten im Vergleich

Wer in der Schweiz online Roulette spielen will, landet schnell bei Anbietern mit zwei völlig unterschiedlichen Rechtsgrundlagen. Die einen halten eine Konzession der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK), die anderen arbeiten mit einer Lizenz aus Malta, Curaçao oder Gibraltar und nehmen Schweizer Spieler ausserhalb des Geldspielgesetzes an. Dieser Unterschied entscheidet über Steuerfreiheit, Auszahlungsdauer, Sperrsysteme und im Streitfall darüber, ob überhaupt eine Schweizer Behörde zuständig ist.

Der folgende Text sortiert die finanziellen und regulatorischen Folgen. Konkret: Welche Abgabe der Bund erhebt, was eine Konzession kostet, welche Bussen bei Verstössen drohen und warum ein Hausvorteil von 2,70 Prozent beim europäischen Roulette über 1.000 gesetzte Franken genau 27 Franken kostet. Keine Spielatmosphäre, sondern Zahlen.

Wie ist Online Roulette in der Schweiz rechtlich geregelt?

Seit dem 1. Januar 2019 gilt das Geldspielgesetz (BGS). Es erlaubt Online-Geldspiele ausschliesslich Inhabern einer Schweizer Konzession. Aktuell sind das 13 Casinos mit einer Erweiterung für den Online-Betrieb, dazu kommen die Lotteriegesellschaften Swisslos und Loterie Romande. Ausländische Anbieter dürfen in der Schweiz keine Geldspiele anbieten, auch wenn sie in ihrem Sitzland legal operieren.

Praktisch heisst das: Ein Schweizer Casino mit ESBK-Konzession darf Roulette, Blackjack und Slots online anbieten, sofern es die Auflagen zu Jugendschutz, Sperrsystem und Geldwäscherei einhält. Ein Anbieter mit Curaçao-Lizenz darf das nicht. Er tut es teilweise trotzdem, weil die Durchsetzung im Internet technisch aufwendig ist. Der Bund reagiert mit Netzsperren und einer Meldestelle.

Für Spieler ist die Rechtslage deshalb zweigeteilt: legal bei konzessionierten Schweizer Anbietern, nicht gestattet bei Offshore-Betreibern. Verboten im strafrechtlichen Sinn ist die Teilnahme selbst nicht, aber es gibt keinen Rechtsschutz, keine Schweizer Schlichtungsstelle und keine Einlagensicherung. Wer bei einem Anbieter mit Sitz in Willemstad einzahlt, klagt im Zweifel in Curaçao.

Welche Behörde kontrolliert Online Roulette in der Schweiz?

Die ESBK in Bern überwacht den gesamten Geldspielmarkt, vergibt Konzessionen, prüft Spielsysteme und verhängt Sanktionen. Sie kann einem Casino die Online-Erweiterung entziehen, Bussen aussprechen und Spielbanken unter Aufsicht stellen. Beschwerden von Spielern landen zuerst beim Casino, danach bei der ESBK oder beim Bundesamt für Justiz, je nach Streitgegenstand.

Zusätzlich prüft eine unabhängige Prüfstelle die Zufallszahlengeneratoren. Die Rückzahlungsquote (RTP) wird nicht vom Casino festgelegt, sondern vom Spielehersteller und liegt bei europäischem Roulette bei 97,30 Prozent, bei amerikanischem Roulette mit Doppelnull bei 94,74 Prozent. Das ist der wichtigste finanzielle Hebel überhaupt, wichtiger als jeder Bonus.

Was kostet eine Schweizer Online-Konzession?

Die Konzessionsgebühr für eine Spielbank richtet sich nach der Art der Konzession und dem Umsatz. Für die Erweiterung auf Online-Spiele verlangt der Bund eine zusätzliche Abgabe. In der Praxis sprechen Marktbeobachter von Gebühren im sechsstelligen Frankenbereich pro Jahr, hinzu kommen Prüfkosten für Spielsysteme, Sicherheitsaudits und Meldepflichten.

Diese Kosten sind der Grund, warum kleine Anbieter den Schweizer Markt meiden. Wer eine ESBK-Konzession will, braucht Kapital, Personal für Compliance und ein technisches System, das jede Runde protokolliert. Ein Offshore-Betreiber mit Curaçao-Lizenz zahlt dagegen je nach Kategorie wenige Tausend Dollar jährlich und muss keine Schweizer Auflagen erfüllen. Das erklärt die Preisspanne bei Boni.

Welche Steuern und Abgaben fallen auf Roulette-Gewinne an?

Das ist der Punkt, an dem sich die beiden Anbieterklassen am stärksten unterscheiden. Bei konzessionierten Schweizer Casinos gilt: Der Bund erhebt auf den Bruttospielertrag eine Abgabe, nicht auf den Gewinn des einzelnen Spielers. Der Spieler erhält seinen Gewinn in der Schweiz steuerfrei, weil die Abgabe bereits beim Casino abgeführt wird.

Konkret sieht das Gesetz eine Abgabe von 40 Prozent auf den Bruttospielertrag aus Online-Spielen vor, bei stationären Spielbanken sind es je nach Konzession zwischen 40 und 80 Prozent. Diese Sätze treffen den Veranstalter, nicht den Spieler. Für den Spieler bedeutet das: Gewinne aus konzessioniertem Schweizer Online-Roulette sind nicht einkommenssteuerpflichtig.

Bei Offshore-Anbietern gibt es keine solche Abführung. Der Spieler erhält den Gewinn vollständig, muss ihn aber theoretisch selbst deklarieren, wenn er als Einkommen oder Vermögenszugang gilt. In der Praxis ist das bei ausländischen Glücksspielgewinnen umstritten und wird selten kontrolliert. Rechtssicherheit entsteht daraus nicht, sondern nur eine Grauzone.

KriteriumKonzessioniertes Schweizer CasinoOffshore-Anbieter (z. B. Curaçao)
Abgabe auf Bruttospielertrag40 % (online), 40–80 % (stationär)keine Schweizer Abgabe
Steuer für den SpielerGewinn steuerfreiDeklarationspflicht theoretisch möglich
Schweizer Rechtsschutzja, über ESBK und Zivilgerichtenein, Gerichtsstand im Sitzland
Sperrsystemverpflichtend, nationalfreiwillig, oft nur hausintern
Mindestalter18 Jahre18 Jahre, selten kontrolliert
Auszahlungsdauer1–3 Werktage1 Stunde bis 5 Werktage

Sind Roulette-Gewinne in der Schweiz steuerpflichtig?

Nein, bei konzessionierten Anbietern nicht. Die Besteuerung erfolgt auf Ebene des Casinos über die Abgabe auf den Bruttospielertrag. Der Spieler bekommt den Nettogewinn ausgezahlt, ohne ihn in der Steuererklärung angeben zu müssen. Anders sieht es bei Offshore-Anbietern aus: Dort fehlt die Abführung, und der Spieler müsste den Zugang selbst versteuern, wenn er ihn als steuerbares Einkommen einstuft.

Welche Bussen drohen bei Verstössen gegen das Geldspielgesetz?

Wer ohne Konzession in der Schweiz Geldspiele anbietet, riskiert eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, dazu Bussen bis zu 500.000 Franken. Zusätzlich können Einnahmen eingezogen werden. Für Spieler selbst sind keine Bussen vorgesehen, aber es gibt auch keinen Anspruch auf Auszahlung gegenüber einem nicht konzessionierten Anbieter.

Für Werbung gilt eine eigene Regel: Das Bewerben von Offshore-Casinos in der Schweiz ist untersagt und kann mit Bussen bis 500.000 Franken belegt werden. Deshalb findet man in Schweizer Medien kaum Werbung für Curaçao-Anbieter, während Affiliate-Webseiten im Ausland gehostet werden und dort weiterhin für diese Marken werben.

Welche Roulette-Varianten gibt es und was kosten sie den Spieler?

Die Variante entscheidet über den mathematischen Erwartungswert. Europäisches Roulette mit einer Null hat 37 Fächer und einen Hausvorteil von 2,70 Prozent. Französisches Roulette mit der La Partage-Regel senkt den effektiven Hausvorteil bei einfachen Chancen auf 1,35 Prozent, weil die Hälfte des Einsatzes bei Null zurückgezahlt wird. Amerikanisches Roulette mit Doppelnull hat 38 Fächer und 5,26 Prozent Hausvorteil.

Über 1.000 gesetzte Franken heisst das: 27 Franken Verlust bei europäischem Roulette, 13,50 Franken bei französischem mit La Partage, 52,60 Franken bei amerikanischem. Diese Differenz ist der einzige verlässlich messbare Kostenfaktor im Spiel. Boni und Freispiele ändern daran nichts, sie verschieben nur den Zeitpunkt.

Live-Roulette mit echten Croupiers, betrieben von Evolution, Pragmatic Play oder Playtech, nutzt fast immer die europäische Variante. Das ist günstiger als der amerikanische Tisch, der in asiatischen Studios häufiger vorkommt. Wer die Wahl hat, sollte auf die Null-Anzahl im Tischmenü achten, nicht auf die Optik.

Was bedeutet der Hausvorteil konkret in Franken?

Der Hausvorteil ist der rechnerische Verlust pro gesetztem Franken über eine lange Serie. Bei 2,70 Prozent verliert man im Durchschnitt 2,70 Franken pro 100 Franken Umsatz. Bei 10.000 Franken Gesamtumsatz über einen Abend sind das 270 Franken. Das ist keine Prognose für eine einzelne Sitzung, sondern der Erwartungswert über viele Runden.

Ein Beispiel mit Zahlen: 200 Runden mit je 10 Franken Einsatz ergeben 2.000 Franken Umsatz. Bei europäischem Roulette liegt der erwartete Verlust bei 54 Franken, bei amerikanischem bei 105,20 Franken. Der Unterschied von 51,20 Franken entspricht fast dem Gegenwert von fünf zusätzlichen Einsätzen. Über ein Jahr mit wöchentlichem Spiel summiert sich das auf mehrere Tausend Franken.

Welche Einsatzlimits gelten bei Schweizer Anbietern?

Konzessionierte Schweizer Casinos arbeiten mit Limits, die von der ESBK mitgenehmigt werden. Üblich sind Mindesteinsätze von 0,10 bis 1 Franken pro Zahl und Höchsteinsätze von 500 bis 5.000 Franken pro Runde, je nach Tisch. Live-Tische haben oft niedrigere Obergrenzen als RNG-Tische, weil der Croupier sonst nicht hinterherkommt.

Offshore-Anbieter setzen die Limits selbst. Manche erlauben 0,01 Franken pro Zahl, andere gehen bis 50.000 Franken bei VIP-Tischen. Diese Freiheit ist kein Vorteil an sich, denn höhere Limits erhöhen bei gleichem Hausvorteil auch den absoluten Erwartungsverlust. Ein Tisch mit 50.000 Franken Maximum ist für einen Spieler mit 500 Franken Budget schlicht das falsche Produkt.

Welche Anbieter sind für Online Roulette in der Schweiz relevant?

Der Markt teilt sich in drei Gruppen: konzessionierte Schweizer Casinos, internationale Anbieter mit EU-Lizenz und Offshore-Betreiber mit Curaçao- oder Anjouan-Lizenz. Die folgende Übersicht nennt bekannte Marken und ordnet sie regulatorisch ein. Die Einordnung bezieht sich auf die Lizenz, nicht auf die Qualität der Software.

AnbieterLizenz / SitzRoulette-AuswahlBesonderheit
Swiss CasinoESBK, SchweizRNG und LiveSchweizer Recht, steuerfreie Gewinne
Jackpots CasinoESBK, SchweizRNG und Livean Schweizer Casino gebunden
7melons CasinoESBK, SchweizRNG und Livenationales Sperrsystem
Swiss4win CasinoESBK, SchweizRNG und LiveSchweizer Zahlungsmethoden
Golden Grand CasinoESBK, SchweizRNG und LiveKonzession mit Online-Erweiterung
Stake CasinoCuraçaoRNG, Live, OriginalsKrypto-Zahlungen, eigene Roulette-Variante
Roobet CasinoCuraçaoRNG und Liveschnelle Auszahlung in Krypto
Bet365 CasinoMalta / UKRNG und Livegrosses Live-Portfolio von Evolution
Interwetten CasinoMaltaRNG und Liveeuropäische Lizenz, Sportwetten-Erbe
22bet CasinoCuraçaoRNG und Livesehr breites Spielangebot
N1 CasinoCuraçaoRNG und LiveBonuslastige Konditionen
Wild Sultan CasinoCuraçaoRNG und LiveVIP-Programm mit hohen Limits
Boomerang CasinoCuraçaoRNG und LiveCashback-Modell
Wazamba CasinoCuraçaoRNG und LiveGamification-Elemente
Bitstarz CasinoCuraçaoRNG und LiveKrypto und Fiat parallel
Betsson CasinoMaltaRNG und Liveregulierte EU-Lizenz
Unibet CasinoMaltaRNG und Livestrenge Compliance-Vorgaben
Mr Green CasinoMaltaRNG und LiveVerantwortungsspiel-Programm
Pokerstars CasinoMalta / UKRNG und Liveeigene Live-Studios
888 CasinoGibraltar / UKRNG und Livelangjährige Marktpräsenz
Betway CasinoMalta / UKRNG und LiveSport- und Casinosparte getrennt
Rizk CasinoMaltaRNG und LiveRTP-Transparenz im Spielmenü
Wild Fortune CasinoCuraçaoRNG und LiveBonusspins für Slots, Roulette eingeschränkt
Hellspin CasinoCuraçaoRNG und LiveKrypto-freundlich
Boho CasinoCuraçaoRNG und Livemodernes Interface
Vicibet CasinoCuraçaoRNG und LiveSportwetten und Casino kombiniert
Nine CasinoCuraçaoRNG und LiveBonus mit Umsatzbedingungen
Malina CasinoCuraçaoRNG und Liverussischsprachiger Support
Legiano CasinoCuraçaoRNG und LiveLive-Dealer von mehreren Studios
Lucky Dreams CasinoCuraçaoRNG und LiveWillkommenspaket über mehrere Einzahlungen

Warum ist die Lizenz wichtiger als der Bonus?

Ein Bonus von 100 Prozent auf 500 Franken klingt nach 500 Franken Vorteil. Tatsächlich hängt der Wert an den Umsatzbedingungen. Bei 40-fachem Umsatz auf Bonus plus Einzahlung müssen 40.000 Franken gesetzt werden, bevor eine Auszahlung möglich ist. Bei einem Hausvorteil von 2,70 Prozent entspricht das einem erwarteten Verlust von 1.080 Franken. Der Bonus ist damit rechnerisch negativ.

Die Lizenz entscheidet dagegen, ob es überhaupt eine Beschwerdestelle gibt. Bei einem ESBK-konzesstionierten Anbieter kann man sich an die Aufsicht wenden, wenn eine Auszahlung blockiert wird. Bei einem Curaçao-Anbieter bleibt nur der Support und im Extremfall ein Verfahren vor einem Gericht in Willemstad. Das ist der eigentliche Kostenunterschied.

Welche Spielehersteller dominieren das Angebot?

Bei Live-Roulette führt Evolution mit Abstand, gefolgt von Pragmatic Play Live und Playtech. Bei RNG-Roulette liefern NetEnt, Microgaming, Play'n GO und Hacksaw Gaming die Masse. Für Schweizer Spieler ist relevant, dass nicht jeder Hersteller in konzessionierten Casinos vertreten ist, weil die ESBK die Spiele einzeln zulassen muss.

Evolution betreibt Studios in Riga, Malta und New Jersey. Pragmatic Play Live sitzt unter anderem in Bukarest. Playtech hat Studios in Lettland und den Philippinen. Wer Wert auf europäisches Roulette mit La Partage legt, findet das bei Evolution und Playtech häufiger als bei Studios, die auf asiatische Märkte ausgerichtet sind.

Welche Kosten entstehen beim Ein- und Auszahlen?

Zahlungsgebühren sind der zweite messbare Kostenblock neben dem Hausvorteil. Konzessionierte Schweizer Casinos rechnen in Franken ab und akzeptieren in der Regel Kreditkarten, Twint, PostFinance und Banküberweisung. Gebühren fallen meist keine an, dafür dauern Auszahlungen 1 bis 3 Werktage. Bargeld ist online nicht möglich, das ist gesetzlich so geregelt.

Offshore-Anbieter akzeptieren zusätzlich Krypto wie Bitcoin, Ethereum und USDT. Die Netzwerkgebühr zahlt der Spieler. Bei Bitcoin liegt sie je nach Auslastung zwischen 0,50 und 5 Franken pro Transaktion, bei Ethereum kann sie in Spitzenzeiten deutlich höher liegen. Bei Kreditkarten verlangen manche Anbieter 2 bis 3 Prozent Bearbeitungsgebühr.

Ein weiterer Kostenpunkt sind Währungsumrechnungen. Wer in Franken einzahlt und in Euro spielt, verliert bei jeder Umrechnung einen Spread, der je nach Anbieter zwischen 0,5 und 3 Prozent liegt. Über 10.000 Franken Jahresumsatz sind das 50 bis 300 Franken, die niemand auf dem Konto sieht.

Wie lange dauern Auszahlungen wirklich?

Bei Schweizer Anbietern liegt die Auszahlungsdauer bei 1 bis 3 Werktagen, bei Banküberweisung gelegentlich bis 5 Werktage. Bei Offshore-Anbietern mit Krypto sind es oft 10 Minuten bis 2 Stunden, bei Kartenzahlung 1 bis 5 Werktage. Die schnellere Auszahlung ist kein Beweis für Seriosität, sondern eine Folge der gewählten Zahlungsmethode.

Welche Gebühren sind versteckt?

Drei Posten tauchen selten in der Werbung auf. Erstens Währungsspreads bei Nicht-EUR-Konten. Zweitens Inaktivitätsgebühren, die manche Anbieter nach 30 bis 180 Tagen ohne Login erheben, üblich sind 5 bis 10 Franken pro Monat. Drittens Gebühren für Auszahlungen unter einem Mindestbetrag, oft 20 bis 50 Franken.

Bei Schweizer Casinos sind solche Gebühren selten, weil die ESBK die Allgemeinen Geschäftsbedingungen prüft. Bei Offshore-Anbietern stehen sie im Kleingedruckten und werden erst bei der ersten Auszahlung sichtbar. Wer 200 Franken gewinnt und 10 Franken Inaktivitätsgebühr abgezogen bekommt, verliert 5 Prozent des Gewinns.

Welche regulatorischen Risiken entstehen für Spieler?

Für den Spieler ist die Teilnahme an Offshore-Roulette nicht strafbar, aber es gibt drei reale Risiken. Erstens der fehlende Rechtsschutz bei Streitigkeiten. Zweitens die fehlende Einbindung in das nationale Sperrsystem. Drittens die Unsicherheit bei der steuerlichen Behandlung von Gewinnen, weil keine Abführung stattgefunden hat.

Das nationale Sperrsystem ist der wichtigste Punkt. In der Schweiz können sich Spieler bei den Casinos, bei Swisslos und bei der Loterie Romande für eine Spielsperre registrieren lassen. Diese Sperre gilt national und wird von allen konzessionierten Anbietern beachtet. Offshore-Anbieter kennen dieses System nicht und nehmen gesperrte Personen weiterhin an.

Für die Durchsetzung setzt der Bund auf Netzsperren. Die ESBK führt eine Liste nicht konzessionierter Anbieter, und Schweizer Internetanbieter können verpflichtet werden, den Zugang zu sperren. Diese Sperren sind technisch umgehbar, aber sie zeigen die Richtung: Der Bund will den Markt auf konzessionierte Anbieter begrenzen.

Was passiert bei einer Spielsperre?

Eine Spielsperre ist in der Schweiz kostenlos und kann bei jedem konzessionierten Anbieter beantragt werden. Sie gilt national und für mindestens drei Monate, danach kann eine Aufhebung beantragt werden, wenn keine Gefährdung mehr besteht. Während der Sperre darf kein konzessioniertes Casino Einzahlungen annehmen. Offshore-Anbieter ignorieren die Sperre.

Welche Pflichten haben konzessionierte Casinos?

Konzessionierte Casinos müssen das Alter prüfen, die Identität bei Auszahlungen ab 5.000 Franken verifizieren, verdächtige Transaktionen melden und Spielerdaten gegen Geldwäscherei abgleichen. Sie müssen ausserdem Einsatzlimits anbieten, die der Spieler selbst setzen kann. Diese Pflichten kosten Geld und erklären einen Teil der niedrigeren Boni bei Schweizer Anbietern.

Häufige Fragen zu Online Roulette in der Schweiz

Ist Online Roulette in der Schweiz legal?

Ja, aber nur bei Anbietern mit einer Konzession der ESBK. In der Schweiz sind 13 Casinos mit Online-Erweiterung zugelassen, dazu Swisslos und Loterie Romande. Bei diesen Anbietern sind Gewinne steuerfrei und es gilt Schweizer Recht. Bei Anbietern mit Curaçao- oder Malta-Lizenz ist das Angebot in der Schweiz nicht gestattet, die Teilnahme selbst aber nicht strafbar.

Wie hoch ist der Hausvorteil bei Online Roulette?

Bei europäischem Roulette mit einer Null liegt er bei 2,70 Prozent, bei französischem Roulette mit La Partage bei 1,35 Prozent auf einfachen Chancen. Amerikanisches Roulette mit Doppelnull kommt auf 5,26 Prozent. Über 1.000 Franken Umsatz bedeutet das 27, 13,50 oder 52,60 Franken erwarteten Verlust.

Muss ich Roulette-Gewinne in der Schweiz versteuern?

Bei konzessionierten Schweizer Anbietern nicht. Das Casino führt 40 Prozent Abgabe auf den Bruttospielertrag an den Bund ab, der Spieler erhält den Gewinn steuerfrei. Bei Offshore-Anbietern fehlt diese Abführung, theoretisch müsste der Zugang selbst deklariert werden. Eine klare Verwaltungspraxis dazu existiert nicht.

Welche Zahlungsmethoden sind bei Schweizer Casinos üblich?

Kreditkarten, Twint, PostFinance und Banküberweisung. Bargeld ist online gesetzlich ausgeschlossen. Auszahlungen dauern 1 bis 3 Werktage, bei Überweisung bis 5 Werktage. Krypto ist bei konzessionierten Schweizer Anbietern derzeit nicht üblich, bei Offshore-Anbietern dagegen Standard.

Ab welchem Alter darf man Online Roulette spielen?

In der Schweiz ab 18 Jahren. Das Geldspielgesetz legt 18 Jahre als Mindestalter für alle Geldspiele fest, sowohl online als auch stationär. Konzessionierte Anbieter prüfen das Alter bei der Registrierung und bei Auszahlungen über Identitätsnachweis. Offshore-Anbieter verlangen formal ebenfalls 18 Jahre, kontrollieren aber selten.

Was kostet ein Bonus wirklich?

Ein Bonus mit 40-fachem Umsatz auf 500 Franken Bonus plus 500 Franken Einzahlung verlangt 40.000 Franken Gesamtumsatz. Bei 2,70 Prozent Hausvorteil entspricht das 1.080 Franken erwartetem Verlust. Der Bonus ist damit rechnerisch nur dann positiv, wenn der Umsatz niedriger oder der Hausvorteil kleiner ist, etwa bei französischem Roulette mit 1,35 Prozent.

Welche Rolle spielt die ESBK für Spieler?

Die ESBK vergibt Konzessionen, prüft Spielsysteme und nimmt Beschwerden entgegen. Sie kann Bussen bis 500.000 Franken verhängen und Konzessionen entziehen. Für Spieler ist sie die einzige Schweizer Stelle, die bei Streitigkeiten mit einem konzessionierten Anbieter eingreifen kann. Bei Offshore-Anbietern ist sie nicht zuständig.

Kann ich als Schweizer bei ausländischen Casinos spielen?

Technisch ja, rechtlich ist das Angebot in der Schweiz nicht gestattet. Der Bund sperrt den Zugang zu nicht konzessionierten Anbietern über Netzsperren. Die Teilnahme ist für den Spieler nicht strafbar, aber es gibt keinen Rechtsschutz, keine Einbindung in das nationale Sperrsystem und keine steuerliche Klarheit bei Gewinnen.

Verantwortungsvolles Spielen: Pflichtangaben für die Schweiz

Glücksspiel kann süchtig machen. Das Mindestalter für Online Roulette in der Schweiz beträgt 18 Jahre. Die nationale Helpline für Spielsucht ist die Nummer 0800 040 080, erreichbar rund um die Uhr und kostenlos. Sie wird von der Fachstelle für Prävention und Suchthilfe betrieben und berät anonym.

Jedes konzessionierte Schweizer Casino muss eine Spielsperre anbieten. Diese Sperre gilt national, ist kostenlos und wird bei allen konzessionierten Anbietern sowie bei Swisslos und Loterie Romande beachtet. Die Mindestdauer beträgt drei Monate. Zusätzlich müssen Casinos Einsatzlimits anbieten, die der Spieler selbst festlegen kann.

Wer sein Spielverhalten prüfen will, kann sich an die ESBK-Liste der konzessionierten Anbieter halten und ausschliesslich dort spielen. Das schliesst nicht jede Gefährdung aus, aber es stellt sicher, dass Sperren greifen und Beschwerden eine Adresse haben. Bei Offshore-Anbietern fehlt beides, und genau das ist der teuerste Teil des scheinbar günstigeren Angebots.